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Gedanken

Ich glaube an das Ich und die Materie

Ich glaube an zwei Dinge, die ein und das selbe sind:
Das etwas ist und das ich bin.

Ich glaube an die Materie, die gleichzeitig Kraft und Masse ist;
ein unvorstellbares All und eine Kugel, die man umschreiten, ja abtasten kann, wie einen Kinderball. Auf dem wir leben und mit dem wir durch die abenteuerliche Leere des Raumes gleiten.

Ich glaube an die Materie — wie klein und nichtig, wie schäbig
und leer ist es da, zu sagen, ich glaube an einen Gott.

Eine Materie die greifbar ist, als Tier, als Pflanze und als Stein. Und die doch auch ungreifbar ist, kaum berechenbar, wie ein Atom oder ein Molekül. An eine Materie, die keinen Gott braucht, oder was auch immer jemand hinzuerfindet. An eine Materie, deren einziges, unbegreifbares Mysterium ihr Vorhandensein ist.

Ich glaube auch, daß ich bin. Ich, ein Teil dieser Materie.

Aus Atomen, Molekülen, Kraft und Masse zusammengesetzt — wie auch sie selbst. Das mir kein Sein, keine Existenz das Recht gibt. Das Recht zu tun, was ich will. Ich bin nur ein winziger Augenblick, nur Zufall. Wie das Leben auf dieser ungeheuren Kugel nur eine der unermeßlichen Möglichkeiten ist — ein Zufall, wie ich.

Diese Erde, dieser Planet. Etwas näher an der Sonne, es gäbe kein Leben; sie wäre nur ein Ball, eine Kugel, wie unendlich viele.

Mein Sinn besteht nur darin ein Augenblick zu sein, ein Klecks der Zeit.
Oh, welch eine gewaltige Nacht in der ich dies Begriff. Nichts ist heilig, als die Materie, der Mensch, das Tier, die Pflanze, der Stein, der Mond, die Milchstraße. Was auch immer ich sehe es sind zufällige Gruppierungen, Unwesentlichkeiten, wie die Welle oder der Schaum des Wassers etwas unwesentliches sind.

Es ist gleichgültig ob Dinge sind, oder ob sie nicht sind, sie sind austauschbar.

Wenn es sie nicht gibt, dann gibt es etwas anderes an ihrer Stelle. Wenn das Leben auf diesem Planeten erlischt, dann entsteht ein anderes, auf einer anderen Kugel im All. Wie das große Los immer gezogen wird, zufällig, zufällig wie das Gesetz der großen Zahl. Es wäre lächerlich dem Leben hier eine Dauer zu geben, denn es wäre immer nur die Illusion. Diese Dauer. Systeme an Macht zu errichten. An deren Spitze eine Machtposition auszuüben, oder in irgendeiner Kirche dahinzuvegetieren.

Es ist sinnlos, unsinnig — in solch einer Welt, in einer Welt des Zufalls und der Nichtigkeit.

In einer Welt, die wie eine Lotterie ist macht es keinen Sinn dem Menschen Dauer zu geben. Dies wäre, so als ob jedes Los gewinnt und nicht die Masse nichts. Es gibt keine Gerechtigkeit, wie könnte die Materie auch gerecht sein? Es gibt nur die Freiheit für jeden und nicht für den Einen. Für Einen, der sie sich verdient? Wie? Es gibt keine Gerechtigkeit die dies entscheiden könnte. Es gibt nur das Verbrechen sie sich zu nehmen.

Die Freiheit ist der Mut zum Verbrechen, weil sie selbst ein Verbrechen ist.

 
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© 2003 H. Schöpke